
Die Dokumentation
Lieferanten des staatlichen ukrainischen Kernkraftwerksbetreibers standen laut Ermittlern vor der Wahl, einen Teil des Auftragswerts abzugeben oder eine Zahlungssperre zu riskieren. Am 4. November teilten das Nationale Antikorruptionsbüro der Ukraine (NABU) und die spezialisierte Antikorruptionsstaatsanwaltschaft (SAPO) mit, sie hätten das Vorverfahren im Fall Midas abgeschlossen und den Verfahrensbeteiligten Akteneinsicht gewährt. [1][4]
Die Gruppe soll von Auftragnehmern von Energoatom und weiteren Energieunternehmen 10 bis 15 Prozent des Vertragswerts kassiert haben. Zwischen 2020 und 2025 flossen laut Ermittlern über 111 Millionen US-Dollar und 12 Millionen Euro in bar aus dem Energiesektor an ein Büro, das der Gruppe zur Geldwäscherei gedient haben soll. Energoatom erklärt, der Fall habe weder das Vermögen noch die Finanzlage des Unternehmens beeinträchtigt. [1][5]
Wie die Spur in die Schweiz führt
Im Zentrum des Schweizer Teils der Ermittlungen steht ein im Februar 2021 in Anguilla registrierter Fonds. In einer Mitteilung vom Februar 2026 zum früheren Energieminister Herman Halushchenko beschreibt das NABU zwei Gesellschaften auf den Marshallinseln, die in einen Trust in St. Kitts und Nevis eingebunden waren. Als Begünstigte waren Familienangehörige des Ministers eingetragen. Die Gesellschaften kauften Fondsanteile. Mitglieder der Gruppe sollen daraufhin Geld auf Konten des Fonds bei drei Schweizer Banken überwiesen haben. [2][3]

Auf von der Familie verwaltete Fondskonten flossen laut NABU mehr als 7,4 Millionen US-Dollar. Hinzu kamen laut Ermittlern Bargeldübergaben an die Familie in der Schweiz von über 1,3 Millionen Franken sowie 2,4 Millionen Euro. Die höhere Gesamtsumme aus dem Energiesektor bezieht sich auf das Büro der Gruppe. Die öffentlichen Unterlagen nennen weder die drei Banken noch die Beträge je Institut. [1][2]
Halushchenko bestreitet die Vorwürfe. Im Oktober erlaubte ihm das Hohe Antikorruptionsgericht, die elektronische Fussfessel abzulegen. Andere Auflagen blieben bestehen. Mit der Akteneinsicht rückt das Hauptverfahren näher. In abgetrennten Verfahren ermitteln die Behörden weiter wegen Bestechung und Geldwäscherei. Auch die Suche nach Vermögenswerten und deren Sicherstellung im In- und Ausland dauern an. [1][3]
Quelldokumente
05Dossier-Aktualisierungen
Bericht veröffentlicht
Redaktioneller Hinweis
Die verwendeten Veröffentlichungen sind oben aufgeführt.
Antwort oder Korrektur einreichenLeserkommentare
Verifizierte Mitglieder können kommentieren. Kommentare werden redaktionell freigegeben. Diskutieren Sie die Belege und vermeiden Sie persönliche Daten.
Noch keine veröffentlichten Kommentare.
Anmelden / Konto erstellen →Bleiben Sie an der Recherche dran.
Folgen Sie The Ledgers für neue Recherchen, Entwicklungen in unseren Dossiers und Videos.
Wählen Sie The Ledgers in den Google-Quelleneinstellungen. Die Verfügbarkeit bestimmt Google.
